Rente in Stein in Gefahr: Warum Wohneigentum im Landkreis Heilbronn für Durchschnittsverdiener unerschwinglich wird
Rente in Stein in Gefahr: Warum Wohneigentum im Landkreis Heilbronn für Durchschnittsverdiener unerschwinglich wird
10. März 2026
Wohneigentum bleibt für viele Durchschnittsverdiener außer Reichweite
Eppingen, 07.03.2026 — Im Landkreis Heilbronn wird der Traum vom eigenen Haus für viele junge Familien und Erwerbstätige zunehmend zur Illusion. Branchenverbände fordern deshalb ein staatliches Förderprogramm, damit auch Durchschnittsverdiener wieder eine realistische Chance auf eigenes Wohnen erhalten.
Eine aktuelle Analyse des Pestel-Instituts zeigt ein widersprüchliches Bild: Von den rund 97 200 Wohnungen, die ohne Mietzahlungen genutzt werden, entfallen 30 Prozent auf Eigentumswohnungen. Die regionale Wohneigentumsquote liegt damit bei 60,6 Prozent und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 43,5 Prozent. Doch diese Statistik verdeckt, dass gerade die 25- bis 40-Jährigen kaum Einstiegsmöglichkeiten finden. Das Pestel-Institut bezeichnet diese Gruppe als eine Verlierer-Generation, die immer länger zur Miete gezwungen ist.
Die Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel, Katharina Metzger, kritisiert die fehlende staatliche Unterstützung scharf und fordert die Wiedereinführung unbürokratischer Förderinstrumente. Metzger plädiert dafür, die Eigenheimförderung so zu gestalten, dass auch mit geringem Eigenkapital Wohnraum erworben werden kann, und mahnt: «Wer Wohneigentum erlangen möchte, muss in der Lage sein, dies auch mit wenig Eigenkapital zu tun.»
Für Fachleute wie Hannes Zapf von der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau ist Wohneigentum weit mehr als Besitz: Es ist Altersvorsorge. Zapf spricht von einer «Rente in Stein», die Mietkosten im Alter erspart und vor Wohnarmut schützt. Angesichts steigender Mietpreise sei das ein wichtiger Baustein sozialer Absicherung.
Die Forderungen der Verbände umfassen eine staatliche Haus-Förderung, vereinfachte Zuschussmodelle und zinsgünstige Kredite für Einsteiger. Kritiker warnen jedoch, dass Förderungen allein das strukturelle Problem knapper Bauflächen und steigender Baukosten nicht lösen. Experten sehen daher eine Kombination aus Förderinstrumenten, gezielter Baulandmobilisierung und preisgedämpften Wohnungsbauten als notwendig an, um jungen Haushalten echte Perspektiven zu eröffnen.
Ob Politik und Verwaltung im Landkreis Heilbronn kurzfristig ein Paket schnüren, das den Zugang zu Wohneigentum wieder erleichtert, bleibt eine der zentralen Fragen der kommenden Monate. Für viele Menschen entscheidet sich damit, ob der Traum vom eigenen Zuhause Realität oder weiterhin unerreichbares Ziel bleibt.
Der Bericht stützt eine Nachricht von: eppingen.org
